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Warum PEKiP auch für Väter ein echter Gewinn ist

  • Wissenswertes
Vater hebt Baby hoch

Warum PEKiP auch für Väter ein echter Gewinn ist

Begleitung der Geburt, erstes Baden, Windeln wechseln, Spaziergänge mit dem Kinderwagen, dem Tragetuch oder der Trage – viele Väter wünschen sich heute, von Anfang an aktiv am Leben ihres Babys teilzuhaben. Und trotzdem stellt sich oft die Frage: Wie finde ich meinen eigenen Zugang zu meinem Kind? Genau hier kann PEKiP eine wertvolle Unterstützung sein.

Denn PEKiP ist nicht nur ein Angebot für Mütter. Schon seit der Entstehung des Programms in den 1970er Jahren sind ausdrücklich auch Väter willkommen. Der Name „Prager-Eltern-Kind-Programm“ macht deutlich: Es geht um Eltern – und damit um alle wichtigen Bindungspersonen eines Babys.

Warum Väter im ersten Lebensjahr so wichtig sind

Die Forschung zeigt seit vielen Jahren, dass Väter eine bedeutsame Rolle in der emotionalen und sozialen Entwicklung ihres Kindes spielen. Babys profitieren davon, wenn Väter feinfühlig auf ihre Signale reagieren, mit ihnen spielen, sie trösten und gemeinsam die Welt entdecken.

Besonders wichtig ist dabei das gemeinsame Spiel. Väter bringen oft neue Impulse ein: mehr Bewegung, Überraschung, Körperkontakt und spielerische Herausforderungen. Genau diese Erfahrungen helfen Babys dabei, Selbstvertrauen und emotionale Sicherheit aufzubauen.

PEKiP: Gemeinsam Zeit statt Perfektion

Viele Väter erleben im PEKiP zum ersten Mal einen festen Termin allein mit ihrem Baby. Ohne To-do-Liste, ohne Leistungsdruck. Stattdessen geht es darum, gemeinsam Zeit zu verbringen und das Baby besser kennenzulernen.

Im Mittelpunkt stehen einfache Spiel- und Bewegungsanregungen, die zeigen:

  • Wie reagiert mein Baby auf unterschiedliche Angebote?
  • Wann hat es Freude?
  • Wann braucht es Ruhe?
  • Wie kann ich spielerisch Kontakt aufnehmen?

Das Besondere daran: Niemand muss „perfekt“ sein. PEKiP bietet einen geschützten Raum zum Ausprobieren, Beobachten und Lernen.

Sicherheit im Umgang mit dem Baby wächst

Viele Väter (Eltern) kennen anfangs Unsicherheiten:
„Mache ich das richtig?“
„Was braucht mein Baby gerade?“
„Wie kann ich mit einem so kleinen Menschen überhaupt spielen?“

Genau hier zeigen sich die positiven Effekte von PEKiP: In einer Elternbefragung des PEKiP e.V. gaben über drei Viertel der teilnehmenden Väter an, sich durch die Spielanregungen sicherer im Umgang mit ihrem Baby zu fühlen.

Das ist kein Zufall: PEKiP arbeitet sehr praktisch und alltagsnah. Väter bekommen konkrete Ideen, die sie direkt mit ihrem Kind umsetzen können. Das stärkt nicht nur die Beziehung zum Baby, sondern oft auch das Vertrauen in die eigene Vaterrolle.

Bindung entsteht im Alltag

Eine enge Bindung entsteht nicht durch große Ereignisse, sondern durch viele kleine Momente:
ein Blickkontakt,
gemeinsames Lachen,
ein Spiel auf der Matte,
ein beruhigender Arm und gemeinsame Zeit.

In der Zeit im PEKiP können Väter lernen, ihr Baby mit seinen individuellen Ausdrucksweisen und Signalen wahrzunehmen und feinfühlig darauf zu reagieren. im Kontext vom Spielen Fachleute sprechen hier von „Spielfeinfühligkeit“ – also der Fähigkeit, im Spiel emotional präsent und aufmerksam zu sein.

Studien zeigen, dass genau diese Form der väterlichen Zuwendung die Bindungssicherheit von Kindern zu ihnen langfristig stärken kann.

Auch für die Partnerschaft kann PEKiP entlastend sein

Viele Familien erleben durch die aktive Beteiligung der Väter eine gerechtere Aufteilung der Sorgearbeit. Wenn Väter früh Verantwortung übernehmen und Zeit mit dem Baby verbringen, z.B. auch im PEKiP, wächst oft auf beiden Seiten mehr Vertrauen.

Mütter erleben:
„Er kann das genauso gut.“

Väter erleben:
„Ich schaffe das alleine mit meinem Baby.“

Das kann Druck aus dem Familienalltag nehmen und dazu beitragen, dass beide Elternteile ihren eigenen Weg im Umgang mit dem Kind finden.

Papa-PEKiP? Unbedingt!

Auch wenn in vielen Gruppen noch mehr Mütter teilnehmen, steigt die Zahl der Väter seit Jahren kontinuierlich. Manche besuchen regelmäßig den Kurs, andere punktuell oder im Wechsel mit ihrer Partnerin.

Besonders schön wird es, wenn mehrere Väter gleichzeitig teilnehmen. Dann entstehen Gespräche, Austausch und manchmal sogar echte Papa-Netzwerke. Viele merken schnell:
Mit meinen Fragen bin ich nicht allein.

Fazit: PEKiP ist auch ein Ort für Väter

PEKiP bietet Vätern keine Theorievorträge über Erziehung, sondern echte gemeinsame Erfahrungen mit ihrem Baby. Es geht nicht darum, alles richtig zu machen – sondern darum, sich kennenzulernen und Beziehung wachsen zu lassen.

Wer als Vater sein Baby besser verstehen, gemeinsam spielen, Sicherheit gewinnen und bewusst Zeit miteinander verbringen möchte, findet im PEKiP einen wertvollen Raum dafür.

 

Du bist mit deinem Baby herzlich Willkommen!

 

Quellen: 

Bögels, S., & Phares, V. (2008): Fathers’ role in the etiology, prevention and treatment of child anxiety. A review and new model. Clinical Psychology Review, 28(4), 539–558. Amsterdam.

Grossmann, K., & Grossmann, K. E. (2004). Bindungen – das Gefüge psychischer Sicherheit. (Aktuell 9. Auflage 2023) Stuttgart.

Grossmann, K., Grossmann, K. E., Kindler, H., & Zimmermann, P. (2008). A wider view of attachment and exploration: The influence of mothers and fathers on the development of psychological security from infancy to young adulthood. In J. Cassidy & P. R. Shaver (Hrsg.), Handbook of Attachment: Theory, Research, and Clinical Applications (S. 857–879). New York.

Iwanski, A., Mühling, L., & Zimmermann, P. (2022). Do ideal fathers differ from ideal mothers? A study on sensitivity, challenging, and sensitive challenging parenting behavior. Psicologia, 36(2), 1-14. Montevideo.

Ruppelt, A. (2026): Zwischen Nähe und Selbstständigkeit: Wie PEKiP Bindung und Autonomie im Säuglingsalter unterstützen kann. In P. Zimmermann (Hrsg.): Bindung und Autonomie. (S. 116-129). Weinheim.

Zimmermann, P. (2023a). Die Bedeutung von Vätern in der frühen Kindheit: Relevanz für die Frühen Hilfen. In A. Eickhorst & C. Liel (Hrsg.), Väter in den Frühen Hilfen. Impulse für ein systemisches Elternverständnis. (S. 60-86) Weinheim und Basel.

Zimmermann, P. (2023b). Evaluierte Praxisansätze mit Einbezug von Vätern. In A. Eickhorst & C. Liel (Hrsg.), Väter in den Frühen Hilfen. Impulse für ein systemisches Elternverständnis. (S. 87-111) Weinheim und Basel.

Zimmermann, P. (2017). Bindung an den Vater: Eine andere Bindung? In P. Zimmermann & G. Spangler (Hrsg.), Feinfühlige Herausforderung. Bindung in Familie, Kita, Kinderheim und Jugendhilfe (S. 189–206). Gießen.